"Jeder kann etwas bewegen"

Am RED NOSE DAY sammelt ProSiebenSat.1 Spenden für Kinder in Not. Auch die Stiftung „Off Road Kids“ profitiert davon. Gründer Markus Seidel stellt sein Projekt vor.

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"Alles begann 1992: Im Fernsehen hatte ich einen Bericht über Straßenkinder in Deutschland gesehen und war wütend, dass so etwas in unserem wohlhabenden Staat möglich war. Ich war 25 und wollte herausfinden, ob ich als Bürger etwas bewegen kann. Mit der Hilfe von 50 Freunden gründete ich 1993 die Stiftung Off Road Kids. Seitdem kümmern sich unsere Sozialarbeiter um Straßenkinder. Es gibt viel zu tun: Jährlich geraten in Deutschland bis zu 2.500 Jugendliche auf die Straße. Oft flüchten sie vom Land in die Großstadt, weil sie zu Hause geschlagen oder missbraucht werden. Fast alle sehnen sich nach einem geregelten Leben. Viele von ihnen haben große schulische und kreative Potenziale; nur eben keine Möglichkeit, sie zu entwickeln.

In unseren Streetwork-Stationen in Berlin, Dortmund,Hamburg und Köln zeigen Profis den Jugendlichen Perspektiven auf. Wir schaffen Vertrauen und ergründen die Vorgeschichten. Um individuelle Lösungen zu finden, sprechen wir mit Eltern, Jugendämtern und Gerichten. Fast alle Ausreißer vermitteln wir zurück in ihre Heimat, bevor sie zu Kleinkriminellen, Drogendealern oder Prostituierten werden. Dort helfen ihnen betreute Jugendgruppen, Therapien,Nachhilfe und unsere Notrufnummer beim Neustart. Jugendliche, die definitiv nicht zurückgehen können, nehmen wir in unsere zwei Kinderheime im Schwarzwald auf. Hier können sie einen Schulabschluss nachholen und ihre Berufsplanung in Angriff nehmen, damit sie später nicht auf Sozialhilfe angewiesen sind.

Da der Staat uns bei all diesen Aktivitäten nicht unterstützt, sind wir auf Spenden angewiesen. Zu unseren größten Unterstützern zählt der RED NOSE DAY. Dank der Charity-Aktion konnten wir schon mehr als zwei Millionen Euro in Straßensozialarbeit, das neue Kinderheim und zuletzt in einen VW-Bus investieren.

Bis heute haben wir mehr als 2.000 junge Menschen von der Straße geholt - manche von ihnen studieren sogar. Viele rufen selbst dann noch an, wenn sie unsere Hilfe längst nicht mehr brauchen. Ihr Beispiel bestärkt mich in meinem Grundsatz, dass jedes Kind es verdient, geachtet und bestärkt zu werden. Und in der Überzeugung, dass jeder Bürger etwas bewegen kann."

Charity, die ankommt

Ohne Schwere und Pathos, dafür mit viel Herz und Humor: Beim RED NOSE DAY sammeln Prominente Spenden für Kinder in Not. Eine Woche lang laufen auf allen ProSiebenSat.1-Sendern Beiträge und Aufrufe mit Stars wie Phil Collins, Sonya Kraus oder Oliver Pocher. Das kommt an: RED NOSE DAY ist die bekannteste Charity-Marke in Deutschland - und eine der erfolgreichsten. Seit ProSieben die Idee 2003 aus England importierte, sind bereits über 10 Millionen Euro zusammengekommen. Von diesem Geld profitierten über 30 Kinderhilfsprojekte, darunter zuletzt "Die Arche", die "Kindernothilfe" und die "Aktion Deutschland hilft".

Schnelle Hilfe für Japan
  • Auf große Katastrophen reagiert RED NOSE DAY sofort: Nach dem Erdbeben in Japan sammelte die Aktion umgehend Spenden für die dort tätige Initiative CARE. Die unabhängige und moderne Hilfsorganisation setzt sich weltweit für Menschen in Not ein. Bekannt wurde sie 1945 durch die Versendung von über 100 Millionen CARE-Paketen ins kriegsversehrte Europa.